Deutscher Gewerkschaftsbund

22.04.2014

"Der DGB hat ein Gesicht vor Ort bekommen"

2010 hatte der 19. Ordentliche DGB-Bundeskongress die Einrichtung einer neuen, ehrenamtlichen Satzungsebene beschlossen. Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB-Bezirks Rheinland-Pfalz/Saarland, berichtet im Interview, warum die neuen Kreis- und Stadtverbände eine Erfolgsgeschichte sind.

Dietmar Muscheid, DGB

DGB/Simone M. Neumann

Vor vier Jahren hat der DGB-Bundeskongress beschlossen, eine neue ehrenamtliche Satzungsebene einzuführen: die Kreis- und Stadtverbände. Wie sieht es heute aus mit der ehrenamtlichen Präsenz des Bundes der Gewerkschaften vor Ort?

Muscheid: Bei uns in Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist der Prozess fast abgeschlossen. Von 38 möglichen Kreis- und Stadtverbänden im Bezirk haben wir 35 gegründet. Die drei noch fehlenden Kreis- und Stadtverbände stehen kurz vor der Gründung. Durch die Gründung der Kreis- und Stadtverbände hat der DGB ein Gesicht vor Ort bekommen. Die neue Struktur ist für die Ehrenamtlichen eine brauchbare Grundlage, um gewerkschaftliches Engagement zu bündeln und sich im besten Sinne in der Kommunal- und Regionalpolitik einzumischen.

"Die Arbeit der Kreis- und Stadtverbände ist vielfältig."

In den Kreis- und Stadtverbänden können sich grundsätzlich alle Mitglieder einer der acht Mitgliedgewerkschaften des DGB engagieren. Wie bunt ist die Gruppe der ehramtlich Aktiven vor Ort?

Die Arbeit der Kreis- und Stadtverbände vor Ort ist vielfältig. Sie steht und fällt mit den ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen. Sie reicht von der traditionellen Durchführung der Veranstaltung zum 1. Mai, über Podiumsdiskussionen zu den gerade anstehenden Kommunal- und Europawahlen bis zu kreativen Aktionen zu den Betriebsratswahlen. Aktionen gegen verkaufsoffene Sonntage, Bodenzeitungen zum Internationalen Frauentag – die Möglichkeiten lassen sich gar nicht alle aufzählen.

"Der Austausch zwischen Ehren- und Hauptamt ist für alle Beteiligten fruchtbar."

Wie funktioniert die Zusammenarbeit der neuen ehrenamtlichen Ebene mit den hauptamtlichen DGB-Bezirken?

Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut und geschieht auf Augenhöhe. Gute Ideen werden immer unterstützt. Die Unterstützung der Ehrenamtlichen durch die Hauptamtlichen ist natürlich weiterhin sehr wichtig. Dies muss auch so bleiben. Der Austausch zwischen Ehren- und Hauptamt ist für alle Beteiligten fruchtbar.

Welche Aktivitäten der neuen ehrenamtlichen Ebenen vor Ort haben dir gezeigt, dass die Entscheidung für die Kreis- und Stadtverbände richtig war? Hast du konkrete Beispiele?

Bei unserer Kampagne „Handlungsfähiger Staat“ haben wir das Thema der Steuerungerechtigkeit und der fehlenden öffentlichen Finanzen mit der Reichtumsuhr durch die Unterstützung der Kreis- und Stadtverbände in vielen Städten zeigen können. Die Reichtumsuhr wurde im Jahr 2013 an über 20 Orten aufgestellt. Zudem klärten unsere Kolleginnen und Kollegen an Infoständen über die Zusammenhänge zwischen Staatsverschuldung und zunehmendem Privatvermögen auf. Diese Arbeit wäre ohne das Engagement vor Ort nicht möglich gewesen. Zur Bundestagswahl 2013 gab es vor Ort viele verschiedene Aktionen. Zu den anstehenden Europa- und Kommunalwahlen werden wir auf rund 50 Veranstaltungen informieren. Zu den Betriebsratswahlen gab es ebenfalls Veranstaltungen vor Ort.

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